Liebe im Job

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Juli 5, 2011 | Allgemein, Gut zu wissen, Liebe, Männer und Frauen, Partnerschaft

Liebe am Arbeitsplatz 300x224 Liebe im JobLängst schon verbringt man als Arbeitnehmer in Vollzeit mehr Zeit mit den Kollegen und Chefs als im Kreise der lieben Verwandten oder Freunde. Kein Wunder also, dass viele Paare an der gemeinsamen Arbeitsstelle zueinander finden. Umso schöner, wenn es da irgendwann im Büro oder im Schichtdienst einfach „klick“ macht und aus Kollegen mehr wird. Oder? Kann der Chef eigentlich eine Liebelei unter seinen Angestellten verbieten? Oder droht verliebten Kollegen vielleicht eine Versetzung in eine andere Abteilung?

Laut einer Umfrage der Internetstellenbörse Stepstone hatten 23% der ArbeitnehmerInnen schon einmal eine Beziehung mit einem Kollegen. Zwar darf ein Arbeitgeber eine Beziehung unter Kollegen nicht verbieten, da er sonst das Recht zur freien Persönlichkeitsenfaltung beschneiden würde, doch sind Liebeleien am Arbeitsplatz nicht in jedem Unternehmen gern gesehen. Auch für die Verliebten stellt sich spätestens bei einer längerfristigen Beziehung die Frage, wie man „auf Arbeit“ mit der Situation umgehen soll, wenn man den Partner eben nicht nur nach Feierabend sieht, sondern den ganzen Tag im Kreise anderer Kollegen.

Hier empfehlen Experten Paaren, die sich an der Arbeit kennen- und lieben gelernt haben, von sich aus Distanz herzustellen und Berufliches und Privates strikt voneinander zu trennen. Professionell agiert hier, wer am Arbeitsplatz Kuscheln und heimliches Händchenhalten unterlässt, es auf gar keinen Fall vor den Augen von Kollegen zu Streitigkeiten kommen lässt und die Mittagspause auch mal mit den anderen Kollegen verbringt, um auch weiterhin als Individuum und nicht als Duo wahrgenommen zu werden. So entstehen dann auch dringend benötigte Freiräume, die man als Pärchen am Arbeitsplatz gut gebrauchen kann. Denn jeden Tag miteinander aufzuwachen und Tag für Tag denselben Arbeitsalltag zu durchlaufen, um dann eventuell abends gemeinsam die Haustür wieder aufzuschließen kann schnell dazu führen, dass sich Ernüchterung breit macht. 

Besonders schwierig wird es in der Tat, wenn es in der Beziehung einmal kriseln sollte oder es zu einer Trennung kommt, man sich aber weiterhin jeden Tag sieht und professionell miteinander umgehen muss. Kommt es aufgrund dieser Situation dann dazu, dass Arbeitsabläufe gestört werden oder die Produktivität der Arbeitnehmer nicht mehr gewährleistet ist, darf dann auch der Arbeitgeber einschreiten. Dies gilt auch dann, wenn sich andere Arbeitnehmer durch das Turteln der Verliebten an der Arbeit belästigt fühlen. Vorausschauend handelt hier, wer trotz aller Verliebtheit bereits am Anfang einer Beziehung auch daran denkt, was im Fall einer Trennung zu tun ist, sprich die Möglichkeit einer Versetzung in eine andere Abteilung oder sogar einen Jobwechsel in Betracht zieht.

Situationsbedingt kann dies zu Beginn einer Beziehung unter Kollegen sogar der logischste Schritt sein. Ganz Besonders dann, wenn man sich als Untergebene in den eigenen Vorgesetzten verliebt hat und sich nicht dem Vorwurf und Neid anderer Kollegen aussetzen möchte, die denken könnten man wolle aus der Beziehung persönliche Vorteile ziehen. Ansonsten gilt: hat es an der Arbeit gefunkt, sollte man diesen Umstand lieber erst einmal für sich behalten und gemeinsam ausloten, ob die Beziehung eine Zukunft hat oder nicht. Gehört man zueinander, sollte das Versteckspiel aber irgendwann ein Ende haben und Kollegen in sachlicher Art und Weise informiert werden. Am besten mit dem Hinweis, dass sich am bestehenden Arbeitsklima nichts ändern werde und man weiterhin seiner Arbeit in professioneller Weise nachgehen werde. Wobei professionell hier bedeutet, Kollegenbeziehung an der Arbeit, Paarbeziehung nach Feierabend.

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