Muss das sein? Kosenamen und was sie bedeuten

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August 10, 2011 | Allgemein, Liebe, Partnerschaft

Kosenamen 300x224 Muss das sein? Kosenamen und was sie bedeutenNeulich im Supermarkt um die Ecke ist es wieder passiert: Eine Frau steht vor dem Kühlregal und brüllt „SCHATZ, willst du lieber die gesalzene oder die ungesalzene Butter???“ woraufhin sich drei Männerköpfe in ihre Richtung drehen. Schon blöd, aber da SCHATZ der mit Abstand beliebteste Kosename deutscher Paare ist, kann es diesbezüglich schon einmal zu Verwechslungen kommen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn außer Schatz und seinen verniedlichenden und unzähligen weiteren Varianten gibt es noch jede Menge weiterer Spitznamen, mit denen Paare einander betiteln. Alles im Namen der Liebe, versteht sich. Und um ein Statement zu setzen. So nach außen halt…

Laut Psychologenmeinung dienen Kosenamen in der Beziehung nämlich vor allem dem Zweck sich von Anderen abzugrenzen und der Welt da draußen zu signalisieren „Wir gehören zusammen“ und unsere Liebe ist etwas ganz besonderes. Dies trifft vor allem auf Paare zu, die statt der gängigen Liebesbekundungen auf ausgefallene Kose- und Spitznamen setzen. So sollen sich Prinz Charles und Gattin Camilla doch tatsächlich im privaten Rahmen FRED und GLADYS rufen. Seine Mutter, Queen Elizabeth II, wird von ihrem Mann dagegen angeblich liebevoll CABBAGE genannt, was übersetzt nichts anderes als Kohlkopf heißt. Den Spitznamen hat bestimmt keine zweite…

Bei Tom Cruise und Katie Holmes ist sie die HONIG-SCHNECKE und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nennt Carla Bruni gerne einmal CHARLIE BROWN. Bei Ex-Tennisprofi André Agassi reicht es für seine Frau Steffi Graf immerhin noch zur Kurzform ihres Namens, also einem zärtlichen Steff, wohinter sich aber laut Beziehungsexperten der Ausdruck für ein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis verbergen soll. Und natürlich der Rückzug ins Private, denn während auf der Klingel oder der Post immer der volle Name steht, gehört der Kosename immer nur dem Partner selbst. Als Ausdruck von Liebe, Respekt, Wertschätzung und Intimität. Allerdings kann er auch viel über eine Beziehung selbst aussagen.

Während einige Paare ihre Phantasie bei der Vergabe der Kosenamen auf weite Reisen schicken, begnügt sich die Mehrheit der Verliebten mit allgemeineren Spitznamen, sogenannten Generiks. Ganz oben auf der Liste stehen hier, neben dem bereits erwähnten Schatz oder auch GOLDSTÜCK, was für Wertschätzung aber auch Besitzansprüche steht, noch alle möglichen Tierarten oder überirdische Wesen. Und so nennt seinen Partner ENGEL, wer zu ihm oder ihr in besonderer Weise aufschaut bzw. ihn oder sie anhimmelt. Da die wenigsten von uns aber nun einmal echte Engel sind, sind Enttäuschungen hier oft vorprogrammiert.

Zurück ins Tierreich: Hier ist von der kleinen Maus bis zum gefährlichen Tiger scheinbar alles vertreten, wobei der Spitzname MAUS vornehmlich für Frauen und TIGER mehrheitlich für Männer reserviert ist. Klar, dass bei der süßen Maus jemand Kleines und Zartes beschützt werden soll, während der große und gefährliche Tiger die Rolle des Beschützers perfekt ausfüllt, da mit ihm Attribute wie Stärke, Kraft und Macht assoziiert werden. Soweit so schön. Treffen Tiger und Maus in einer Beziehung aufeinander, kann es aber auch sein, dass er sich unbewusst über sie stellt und möchte, dass sie sich ruhig und wehrlos wie eine Maus verhält. Es sei denn, es handelt sich um den guten alten SCHMUSETIGER, den statt Machtgehabe wohl eher die tägliche Kuscheleinheit interessieren dürfte.

Ein weiterer beliebter Kosename aus der Welt der Tiere ist der HASE, der ebenfalls zu den schützenswerten Geschöpfen gehört, bei dem aber auch eine gehörige Portion Erotik und  Sex mitschwingt. Man denke nur an Hugh Hefner und die Playboy Bunnies oder die Skihasen beim Wintersport. Auf die Bezeichnung für den männlichen Hasen muss hier ja wohl nicht weiter eingegangen werden…

Ebenfalls oft verwendet wird der Name SPATZ, der gerne für optimistische Frohnaturen benutzt wird. Diese dürfen ruhig ein bisschen lebhafter und frecher sein und ihre Eigenständigkeit ausleben, zuviel Kontra geben oder allzu stark protestieren sollten sie aber besser nicht. Bleibt noch die Bezeichnung BÄR, mit der Frau vor allem Schutz, Gemütlichkeit, Geborgenheit und ein nettes Wesen verbindet. Dabei assoziiert man mit dem Bären gerne auch einmal einen Mann mit etwas größerer Körperfülle. Die Frau jedenfalls erwartet von diesem Mann, dass er die Rolle des Beschützers und väterlichen Freundes übernimmt. Sexy hört sich allerdings irgendwie anders an.

Wie wäre es denn dagegen mit dem SONNENSCHEIN, der jeden noch so tristen Tag erhellt? Menschen, die ihren Partner Sonnenschein nennen, haben in aller Regel eine Person an ihrer Seite, die viel und oft lacht, eine positive Einstellung zum Leben hat und immer gute Laune verbreitet. An der Sonne kann man sich aber auch verbrennen, spätestens dann, wenn Schatzi mal nicht so gute Laune haben sollte…

Da lobe ich mir doch das HERZ, schließlich ist es eines der wichtigsten Organe unseres Körpers. Kein Wunder also, dass mein Herz oder Herzchen, Herzilein…eine besonders starke Wertschätzung ausdrückt. Wobei die aus dem Kartenspiel bekannten Begriffe Herzdame und Herzbube zusätzlich für Glück stehen können. Viel besser jedenfalls als SÜßE oder SÜßER, was zwar mit sinnlich und begehrenswert übersetzt werden kann, in seiner verniedlichenden Lesart aber eventuell auch die Hoffnung widerspiegelt, dass der Partner keinen unnötigen Stress machen, sondern lieber lieb und süß bleiben soll. Zuviel des Süßen ist aber auch nicht gut.

Man sieht also, erlaubt ist, was gefällt. Wobei es schon interessant wäre einmal bei SCHNUCKIPUTZ und HENGST, ROMEO und SCHNUCK oder LÄMMCHEN und BABY Mäuschen zu spielen. Warum Edmund Stoiber seine Ehefrau allerdings MUSCHI nennt und sie sich mit mein EDELMANN revanchiert, kann allerdings getrost Teil der Mythen- und Legendenwelt bleiben.  

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